Die Zuckerseite einer Öko-Dose

Biogena Ökodose aus Green PE

Kann Verpackung unser Klima schützen? Irgendwie klingt es abenteuerlich. Doch wir von Biogena waren immer schon auf Dinge aus, die es in sich haben.
 
Sehen Sie sich diese Dose an:
Sie ist schick, lebensmittelecht, ohne Weichmacher – und aus Zucker. Aus Zucker? Wie soll das gehen? Wer hat schon Lust, eine Dose zu essen? (Bitte machen Sie das auf keinen Fall.) Und warum schmilzt die Packung nicht, wenn sie nass wird?
 
Es ist eine faszinierende Verwandlung:
Und manches muss man ganz genau beim Namen nennen. Also nun, vor Ihren Augen liegt eine wunderbare Pflanze. Und ihre Bezeichnung ist Saccharum officinarum, vulgo Zuckerrohr.
 
Gold- und Kunststoffmacher
Apropos beim Namen nennen. Sagt Ihnen das Wort weißes Gold etwas? Im 16. Jahrhundert war es gang und gäbe. Denn die süße, kristalline Verführung kam damals echt teuer, fast keiner konnte sich Zucker leisten. Und das, wo es in den Alchemisten-Küchen drunter und drüber ging. Doch wie es aussieht, hatten die Magier oft Scheuklappen auf – besonders wenn sie hinter dem Stein der Weisen her waren. Das Ding sollte ja ein jedes Metall in Gold verwandeln.
 
Bis heute blieb seine Formel unentdeckt, sei es drum. Unserem Partner Braskem ist eine bessere eingefallen – und die lässt sich nicht einmal mit Gold aufwiegen. Man kommt ja auch nicht alle Tage auf die Idee, aus Zuckerrohr Kunststoff zu machen. Und hier ist er. Sein Name: Green PE. Seine Merkmale: robust, recycelbar und richtungsweisend nachhaltig – auf ganzer Linie.
 
Eine Formel treibt ihren Zauber
Eines versteht Zuckerrohr nämlich meisterhaft: CO2 aus der Luft zu holen. Die Pflanze beherrscht das Spiel wie kaum eine andere. Und sobald aus ihr Kunststoff geworden ist, kann das CO2 nicht mehr ausbüxen.
 
Aber es kommt noch etwas hinzu:
Denn Energie-Effizienz wird bei dieser Verwandlung großgeschrieben: Bagasse heißen die faserigen Reste, die vom Zuckerrohr übrig bleiben. Sie geben ein fabelhaftes Brennmaterial ab, liefern wertvollen Öko-Strom. Damit hält man eine Menge Räder in Gang.
 
Und Wissenschaftler haben sich ausgerechnet, was dieser Kunststoff leistet:
Jedes Kilo bedeutet durchschnittlich bis zu 2,15 kg weniger CO2e in der Atmosphäre – sofern Sie ein Übriges tun.
 
Verantwortung, die greifbar wird
Sprich auf Ihre Hilfe kommt es an. Aber keine Sorge, die Sache fällt nicht schwer: Werfen Sie Green PE einfach in den Plastik-Müll – natürlich vorausgesetzt, dass Sie es auch loswerden wollen.
 
Es macht Eindruck, wie dieser Kreis sich schließt:
Denn Zuckerrohr hat das CO2 aus der Atmosphäre geholt, Kunststoff hat es gespeichert. Und wenn dessen Zeit gekommen ist, geht es zum Recycling. So bleibt das CO2, wo es hingehört. Hier ist also allerhand dran. Was könnte auch besser zu einem nachhaltigen Produkt passen als eine nachhaltige Packung? Unsere Kapseln haben das Zuhause, das ihnen zusteht. Und es lassen sich bis zu 100 Tonnen CO2e  im Jahr und mehr damit einsparen.
 
Zurück zu Wurzeln und Käse
Übrigens: Wissen Sie, woraus das erste Plastik in der Geschichte war? Aus Käse. Kunst und Natur verstehen sich also von alters her. Und für alle, die in alchemistische Fußstapfen treten wollen: Hier ist die Rezeptur dazu. Ein Benediktinerpater namens Wolfgang Seidel hat sie anno 1531 kennengelernt – und aufgeschrieben:
 
Wie man eine durchsichtige Substanz herstellt, vergleichbar schönem Horn, die man formen kann, wie man möchte, die auch durchsichtig bleibt – man kann sie auch färben.
 
Nimm einen Ziegenkäse oder sonst einen Magerkäse. Den zerschneide zu Stücken. Die gib nun in einen Kessel und gib Wasser dazu. Lass ihn schön einen ganzen Tag sieden… Nimm ihn danach vom Feuer. Lass ihn auskühlen, bis sich die dickflüssige Substanz absetzt. Dann gieß das Weiße, das wie Milch ist, das auch oben schwimmt, davon. Was aber am Boden ist, lass bleiben. Daran gieß wieder heißes Wasser. Lass es abermals ein wenig sieden und rühr es derweil gut um, damit sich das Weiße davon absetzt. Das mach so oft, bis nichts Weißes mehr hergeht. Dann bleibt unten am Boden eine Substanz, zäh wie Horn. Und sie wird durchsichtig, ist vergleichbar … mit Topfen. Danach nimm eine warme Lauge… Da hinein wirf die gereinigte Substanz und drück sie warm aus der Lauge – in eine Form. Sobald du sie ausgedrückt hast, wirf die Form mitsamt der Substanz in kaltes Wasser. Damit wird das Ding hart wie Bein und fein durchsichtig. Doch sollst du wissen: Wenn du diese Substanz formen willst und gestalten willst nach deinem Gefallen, so musst du das tun, während sie warm ist. So lässt sie sich drücken und biegen wie Leim. Und falls sie schon geformt sein sollte, so kannst du sie dennoch bearbeiten – am Bild entsteht hierdurch kein Schaden. Sobald die Sache aber abkühlt, muss man es bleiben lassen. Sie verträgt kein Biegen oder Krümmen mehr, sondern sie zerspringt wie Glas. Die Substanz kannst du danach färben wie andere Knochen auch… Diese … Kunst habe ich von dem ehrsamen Mann Bartholomäus Schobinger, Bürger zu St. Gallen in der Schweiz, anvertraut bekommen.